Dienstag, 15. Mai 2012

lizenzfreie Bilder in Ihrem Shop, eBay-Angebot oder Blog

Das Internet ist eine allzu verlockende und unerschöpfliche Quelle von Bildern. Und egal, ob es um das Foto einer Sehenswürdigkeit, von Personen im Büroalltag oder um ein Stimmungsbild geht – die Bildersuche einer Suchmaschine macht es so einfach, zu jedem Thema eine beeindruckende Bildauswahl zu bekommen. Aber können diese Bilder wirklich wie gekaufte Stockfotos problemlos für die eigene Website, für Broschüren und Flyer verwendet werden? Mitnichten, denn wer Bilder mal schnell aus dem Web herunterlädt, läuft Gefahr, rechtliche Probleme zu bekommen. Viel sicherer ist die Bildbeschaffung über Microstock-Agenturen, die lizenzfreie Bilder sehr preisgünstig anbieten. Übrigens, auf das alte Sprichwort „wo kein Richter, da kein Henker“ sollte man besser nicht mehr vertrauen. Die Gefahr der Entdeckung der unbefugten Nutzung eines Bildes ist nicht zu unterschätzen, da Fotografen und Agenturen zum Teil entsprechende Suchprogramme verwenden.

Es muss zu verlockend gewesen sein. Ein Reiseveranstalter hatte in einer Community ein packendes Foto gefunden, das perfekte Aufmacherfoto für ein Angebot auf seiner Website. Kurzerhand wurde das Foto kopiert und mehrfach im eigenen Internetangebot verwendet.
Der Fotografin blieb das jedoch nicht verborgen. Sie hatte zwar die redaktionelle Nutzung des Fotos erlaubt, nicht aber den Einsatz für kommerzielle Zwecke. Sie stellte daher eine Schadenersatzforderung. Grundlage dieser Forderung ist das Urheberrecht der Fotografin an ihrem Foto, das sich übrigens nicht nur auf die Werke professioneller Fotografen bezieht, auch Bilder von Amateurfotografen fallen unter dieses Schutzrecht.
Rechtsanwalt Ludwig Rentzsch von der Kanzlei für Künstler-, Medien- und Internetrecht in Stuttgart gibt zu bedenken: „Das finanzielle Risiko einer unbefugten Verwendung fremder, beispielsweise über Google gefundener Bilder kann be- trächtlich sein.“ Der Streitwert bemisst sich, so Rentzsch, insbesondere am Umfang der Rechtsverletzung. Ausschlaggebend ist die Verwendung des Fotos, die Auflage, die lokale, nationale oder gar weltweite Nutzung und mehr. Bereits bei der unbefugten Nutzung einzelner Fotos würden von den Gerichten regelmäßig Streitwerte von 10.000 Euro festgesetzt. Hieraus errechnen sich die außergerichtlichen Anwaltskosten (Abmahnkosten) von etwa 775 Euro, zusätzlich können weitere Anwalts- sowie Gerichtskosten entstehen.


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Quelle: onlinemarktplatz.de