Dienstag, 11. November 2014

Inventur: die verschiedenen Verfahren

Bei der Stichtaginventur werden zum einen die Bestände an einem bestimmten Aufnahmetag mengenmäßig erfasst und zum anderen in Inventurlisten eingetragen. Die Bestandsaufnahme muss jedoch nicht sofort am Bilanzstichtag erfolgen. So gibt es eine Frist von 10 Tagen vor sowie nach dem Stichtag. Es werden dann bei diesem Inventurverfahren die Zu- und Abgänge zwischen dem Aufnahmetag und dem Stichtag anhand von den entsprechenden Belegen wert- und mengenmäßig fortgeschrieben beziehungsweise zurückgerechnet. Die Stichtaginventur führt zu einem sehr großen Arbeitsaufwand innerhalb weniger Tage. Das führt meist zu Störungen des Betriebsablaufes oder zur Notwendigkeit einer Schließung. Somit erhöht sich bei diesem Inventurverfahren das Risiko von Aufnahmefehlern.

Wird eine Stichtagsinventur durchgeführt, so wird das Inventar an einem bestimmten Stichtag, meist handelt es sich um den Bilanzstichtag, mengenmäßig erfasst. Für Einzelhandelsbetriebe ist es sinnvoll, die Stichtagsinventur nicht in einer umsatzhohen Periode durchzuführen.

Das zweite Inventurverfahren – die verlegte Inventur kommt nur dann infrage, wenn entsprechende Voraussetzungen für eine permanente Inventur fehlen. Es erfolgt hier die körperliche Bestandsaufnahme an einem beliebigen Tag, der sich jedoch in dem Zeitraum der letzten 3 Monate vor oder der ersten 2 Monate nach einem Stichtag befinden sollte. Der Bestand, der am Aufnahmetag ermittelt wurde, wird hierbei nur wertmäßig fortgeschrieben oder zurückgerechnet. Ebenso muss das tatsächliche Datum der durchgeführten Inventur in einem besonderen Inventar festgelegt werden.

Bei dem dritten Inventurverfahren – der permanenten Inventur wird ermöglicht, dass der vorhandene Bestand am Stichtag auch ohne gleichzeitige körperliche Bestandsaufnahme festgestellt werden kann. Das ist deshalb möglich, weil die Bestandsaufnahme so auf das Geschäftsjahr verteilt wird und ebenso jeder Artikel hundertprozentig nur einmal aufgenommen wird. Das zu erstellende Inventar, was am Bilanzstichtag ermittelt werden muss, erfolgt durch die Bestandsfortschreibung der Lagerbuchhaltung. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren zu Inventuroptimierung, welches meisten bei den Großunternehmen zur Anwendung kommt. Doch um dieses Inventurverfahren durchführen zu können, muss das Führen eines Lagerbuches unbedingt vorhanden sein sowie alle Unterlagen für die Zu- und Abgänge. Außerdem muss mindestens einmal im Jahr eine körperliche Inventur durchgeführt werden.

Bei der vierten Inventurmethode handelt es sich um die Stichprobeninventur. Hier ist keine körperliche Inventur nötig, denn es kann der Warenbestand nach Menge, Art und Wert anhand von den Stichproben mit statistisch-mathematischen Verfahren ermittelt werden. Hierzu gehören die sogenannte freie Mittelwertschätzung sowie das gebundene Verfahren mittels Stichproben. Die Durchführung muss jedoch den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung entsprechen und so muss hier eine Vollständigkeit und Richtigkeit der aufgenommenen Werte bei der Inventur erfolgen.

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